Für die Behandlung von
unterschiedlichsten Bauteilen in einer Charge werden beim Gasnitrieren häufig
Kammeröfen eingesetzt. In der Plasmawärmebehandlung haben sich Haubenöfen durchgesetzt. Der
Rezipient wird zum Be- und Entladen nach oben gefahren. Die
Charge ist von allen Seiten frei zugänglich
und die Teile können einfach von
Hand oder Kran geladen werden. Der
gesamte Chargenraum lässt
sich sehr gut ausnutzen. Der Energieeintrag durch das
Plasma, der bei konventionellen Öfen nicht existiert,
kann in dieser vertikalen
Bauform unter Berücksichtigung minimaler Temperaturdifferenzen optimal an
die
Wand abgegeben werden. Das Beladen kann
relativ viel Zeit in Anspruch nehmen und oftmals ist
es zweckmäßig, direkt in
den Ofen zu laden. Aus diesem Grund wurden Doppelbödenöfen entwickelt.
Während auf dem einem Boden eine
Behandlung läuft, kann auf dem anderen die nächste Charge vorbereitet
werden. Die Haube schwenkt nach Prozessende
automatisch auf den anderen Boden. Somit ist eine
Anlagenausnutzung über 24 Stunden möglich, auch wenn das
Personal nicht anwesend ist.
Ein ähnliches Konzept stellen Tandemöfen dar. Hier sind
zwei Rezipienten an eine Stromversorgung
angeschlossen. Da das Plasma bei
Nitrierprozessen heute praktisch über den ganzen Zyklus genutzt wird,
kommen
die Vorteile des Tandemkonzeptes nicht mehr zur Geltung. Der kostengünstige
Doppelbodenofen
gewinnt deshalb gegenüber der Tandemanlage ständig an
Bedeutung. Lange, schlanke Teile werden aus
Verzugsgründen hängend chargiert.
Für derartige Teile sind Schachtöfen am besten geeignet. Sie können
aus Platzgründen auch unter
Flur abgesenkt werden. Ein
Chargieren von Hand ist für
diese Öfen sehr
aufwendig. Dagegen eignen sie sich ganz besonders für einen
vollautomatischen, direkt in die Fertigung
integrierten Betrieb.